Grey Gardens

Grey Gardens 
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eine Sommerresidenz (in den Zürcher Hamptons)

Eine Koproduktion mit der ZHdK und dem Theater Chur
gefördert von der Stadt Zürich, Pro Helvetia, dem Kanton Zürich, der Ernst Göhner Stiftung, der Nestle Fondation pour l’Art und dem Migros Kulturprozent

Nach fünf Jahren als Co-Direktorin des Theater Neumarkt lädt Barbara Weber mit ihrer neuen Gruppe Transit Productions im Rahmen einer Residenz an der ZHdK einen Sommer lang Künstler, Theoretiker, Autoren und Studierende dazu ein, sich von dem zum Kultfilm avancierten Dokumentarfilm „Grey Gardens“ inspirieren zu lassen und in diversen Formaten seine Konstellationen und Themen aufzugreifen und weiterzuspinnen. Ein Versuch, mit aussergewöhnlichen Produktionsmitteln und in einer langfristigen Auseinandersetzung mit dem Stoff neue Formen und Formate des theatralen Schaffens auszuprobieren.

Grey Gardens, ein Meilenstein des dokumentarischen Films, ist die Geschichte von „Big Edie“ und „Little Edie Beale“, die Geschichte eines exzentrischen Rückzugs, die Geschichte zweier Nonkonformistinnen, aber auch die Geschichte zweier aus der Welt gefallenen Damen der New Yorker Upper Class. Subversion & Pathologie, Messietum und Showtunes, Verwahrlosung und Exzentrik – und eine Mutter-Tochter Beziehung mit Beckettscher Dimension.



von und mit Barbara Weber, Andreas Liebmann, Eugénie Rebetez, Daniel Hinojo, Michèle Valley, Cie Nicole Seiler, Bettina Grahs, Daniel Lerch, Nina Hesse Bernhard, Elia Schwaller, Daniel Binswanger, Katja Früh, Julia Reichert, Madlaina Peer, Kunsthalle Zürich, Lisa Friedrich, Nicolas Frey, Florian Ronc, Florian Olloz, Margret Nisch, Jean Szymak, Peter Liebmann, Franziska Schneeberger, Berthold Rothschild, Beat Wyss, Jakob Tanner, Fatima Dunn, Sebastian Ledesma, et. al

Die nächste Veranstaltung im Rahmen von Grey Gardens:

GREY GARDENS VII

OPEN REHEARSAL

Regie: Barbara Weber

mit: Eugénie Rebetez, Michèle Valley, Daniel Hinojo

3 PerformerInnen setzen sich mit dem Film, dem Performen, und dem Zusammenbruch sozialer, politischer und biografischer Kontinuitäten auseinander.

In der abschliessenden Performance führt Barbara Weber verschiedene Elemente der vorangegangenen Projekte zusammen. Das „Open Rehearsal“ ist eine inszenierte Probensituation im Grenzbereich zwischen Resultat und Prozess: Der nonkonformistischer Kampf der beiden Frauen um die Deutungshoheit über das eigene Leben wird ins heute gespiegelt – und mit der eigenen Biografie der Akteure reflektiert. Es geht um die performative Konstruktion von Identität, um den Umgang mit Scheitern, Alter, und Familien-Systemen und dem Zusammenbruch von grossen Sinnzusammenhängen: privat, sozial, politisch. Das „Open Rehearsal“ lotet nicht so sehr den Stoff in seiner „kristallinen Vieldeutigkeit“ aus („a solid arrangement simultaneously reflecting multiple facets, interpretations and experiences of the women’s lives“), sondern untersucht Erinnerung und private Mythenbildung als eine sich durch Repetition und Reproduktion, Authentifizierung und Fiktionalisierung kontinuierlich verändernde Narration. Dabei werden auch die Grenzen zwischen Biografie und Rolle, zwischen Darstellung und Verkörperung, zwischen Authentizität und Performance brüchig. „Its hard to keep a line between the past and the present - and it's hard to keep a line between the private and the performance". Ungeahnte Parallelen tun sich auf, zwischen dem Selbst und der Rolle, zwischen den USA der 70er und 80er Jahre und der heutigen Schweiz. Nicht die Edies, sondern die Performer sind die Protagonisten des Abends.

Termine 27. & 30. September, 1. , 2. & 3. Oktober

Mit Eugénie Rebetez, Michèle Valley, Daniel Hinojo

Regie: Barbara Weber | Raum: Simeon Meier, Barbara Weber | Kostüme: Madlaina Peer | Kostümassistenz: Nina Langosch | Dramaturgie: Julia Reichert | Musikalische Leitung: Fatima Dunn | Beratung: Katja Früh | Regieassistenz: Sebastian Ledesma | Produktionsassitenz: Nici Frey | Dramaturgieassistenz: Florian Ronc


GREY GARDENS VIII

Kunst / Kapital

Mit Daniel Binswanger und Experten zu Kunst & Kapital

Daniel Binswanger lädt einen Gast zum Gespräch. Sie diskutieren die ökonomisch-politische Dimension des Stoffes, die Schere zwischen wachsendem Wohlstand und Verarmung, altem und neuem Geld, neue Tabus auf dem Kunstmarkt und der Frage nach Lücken in der Dominanz des Marktes.



GREY GARDENS VIII

Kunst / Kapital

Mit Daniel Binswanger und Experten zu Kunst & Kapital

Daniel Binswanger lädt einen Gast zum Gespräch. Sie diskutieren die ökonomisch-politische Dimension des Stoffes, die Schere zwischen wachsendem Wohlstand und Verarmung, altem und neuem Geld, neue Tabus auf dem Kunstmarkt und der Frage nach Lücken in der Dominanz des Marktes.

Kunst / Kapital Nr.1:

Seventies – Utopie und Epochenbruch

Die Siebziger Jahre sind eine ambivalente Übergangsperiode. Einerseits die Zeit einer triumphierenden Avantgarde, ästhetischer Utopien, radikaler Entwürfe. Andererseits die Dekade der Ölkrise, der erlahmenden Revolutionslust, des Niedergangs des Nachkriegsgesellschaftsmodells. Die Seventies bleiben ein Nostalgie-Objekt, weil wir wohl immer noch in ihrer Ambivalenz gefangen bleiben: Sie prägen bis heute unsere Vorstellungen von Avantgarde und Fortschritt, führen uns aber auch vor Augen, wie weit wir heute von der Nachkriegsgesellschaft entfernt sind. Ein Gespräch über ideengeschichtliche, ästhetische und gesellschaftliche Verschiebungen.

am 24. September um 20h

Kunst / Kapital Nr.2:

Privatmythologien

„Grey Gardens“, die verrückte Geschichte von Mutter und Tochter, die sich in ihr Landhaus und in einen exzentrischen Privatkosmos zurückziehen, um in der völligen Isolation ihr Standesbewusstsein, ihre Erinnerungen und eine zugleich irreale und erstarrte Identität aufrecht zu erhalten, erzählt von der Macht der Privatmythologie, einer Welt, die nur noch Mutter und Tochter teilen, deren Herrscherinnen und Opfer sie gleichzeitig sind. Alle Familien und alle Biographien werden mehr oder weniger von Privatmythologien bestimmt, von Rollenbildern, Überlieferungen, Geschichten, die im intimsten Kreis der Familie zur Schicksalsmacht werden. Ein Gespräch mit dem Psychoanalytiker Berthold Rothschild und der Drehbuchautorin Katja Früh.

am 27. September um 20h



Grey Gardens III – WIEDERAUFNAHME

The Wanderer' s Peace

Nicole Seiler und Madlaina Peer erarbeiten mit der Performerin Beatrice Cordua aus Berlin eine Skizze zur Biografie einer Tänzerin, ausgehend von ihrer eigenen Arbeits- und Lebenserfahrung. Erzählt, getanzt und gefilmt, begleitet vom Sounddesign des Percussionisten Vincent Glanzmann entsteht so ein Dokument zu Körper und Zeit.

Termine: 25. und 26. September

Künstlerische Leitung: Nicole Seiler | Performance: Beatrice Cordua | Bühne und Kostüme: Madlaina Peer | Assistenz Bühne und Kostüme: Nina Langosch | Sounddesign: Vincent Glanzmann, Stéphane Vecchione | Technik: Jan Humbel, Produktionszentrum ZHdK | Casting: Alexandra Paul | Administration: Cristina Martinoni | Tour Management: mm – Michaël Monney | Produktionsassistenz: Lisa Friedrich | Flyerfoto: Ludwig Schönherr
Ko-produziert mit Cie Nicole Seiler, Lausanne


GREY GARDENS VI – WIEDERAUFNAHME

Blue Garden

Hörspiel mit Live-Konzert
von Andreas Liebmann

Altes Zürcher Bürgertum, zerfallende Biographien, heimisches Geld. Eine Old Lady blickt auf ihr von materiellen Sorgen unbeschwertes Leben zurück: In den 30ern residierte sie mit ihrer Familie in einem herrschaftlichen Anwesen am Zürichhorn - dem heutigen Museum Bellerive. Die Flucht nach New York verschob Vermögen und Perspektiven. Ein Superheld aus dem Niederdorf kämpfte gegen einen Drachen. Die Tonhalle zerbarst. Ein Lachs wurde von den Marmorsäulen seiner Sehnsucht erschlagen, das neue Zürich vor Augen, das in Lebensqualität erstickt. Ein nostalgischer Trip ohne Vergangenheit.

Beruht auf wahren Begebenheiten!

in einer Kombi-Vorstellung mit Open Rehearsal (von Barbara Weber) noch einmal zu sehen

am 30. September, 1. und 2. Oktober

Andreas Tobler, Tagesanzeiger:
“Nikola Weisse steckt uns mit ihrer Stimme alle in die Tasche. Gerade das simple Setting trägt dazu bei”

Sprechende: Nikola Weisse, Georg Scharegg, Martin Klaus, Pascale Pfeuti
Musik: Matthias Meppelink
Live-Musik: Peter Liebmann
Text/Regie Andreas Liebmann
Dramaturgie: Lisa Friedrich
Ton/Schnitt: Jean Szymczak
Dank: Annemarie Bullen



Vergangene Produktionen:


GREY GARDENS V – 20., 21. & 22. August 2015

Red shoes on a thursday

They can get you for almost everything

BE: Those people said I was living incorrectly. They didn’t understand advanced style of life. Cats. Incompetency. They were trying to prove I was crazy. I’m the most sane person in America today.

LE: Yeah, but that’s why they had on us. They can get you for wearing red shoes on a Thursday.

Ein Gastspiel des SchalkTheaters

In der flirrenden Hitze des August feiert das SchalkTheater die Schönheit, Freiheit, Würde und Blösse des Aussenseitertums, zelebriert in Wort, Tanz und Musik den Kampf um die Deutungshoheit über das eigene Leben und bringt so die Grenzen zwischen innen und aussen, richtig und falsch, krank und gesund ins Wanken.

Unter der Leitung von Nina Hesse macht das Theater in seinen Projekten den Grenzbereich zwischen sozialem „Recovery“-Projekt und Kunst jenseits von Erfolgsbiografien produktiv.

Mit:
Christine Bachofen
Johnny Carrillo Zurigue
Marcel Hähnlein
Sonja Horvath
Pierre Morgades
Nora von Schrottenberg
Nora Tosconi
Patrick Grossen

Regie: Nina Hesse Bernhard
Choreographie: Irina Hortin
Bühne/Kostüm: Michela Flück
Dramaturgie: Florian Ronc

www.schalktheater.ch


GREY GARDENS IV – 7. August 2015

Birthday of a cat (AT)

Eine Geburtstagsinstallation auf Bühne A

Bei aller Verlorenheit in Zeit und Raum, auch inmitten von Verfall und Chaos: Man muss die Feste feiern wie sie fallen. Für die begehbare Installation empfinden Elia Schwaller und Franziska Schneeberger das titelgebende Anwesen nach. Die Besucherinnen und Besucher betreten Grey Gardens als geladene Geburtstagsgäste. Während das Geburtstagskind auf sich warten lässt, stellt das Haus seinen Eigensinn unter Beweis - ein Abend zwischen Party und Aufführung beginnt. Geschichtsträchtige Gegenstände, manipulierte Elektrogeräte und eine Hauskatze eröffnen Handlungsräume, in denen die Grenzen des Privaten im Begriff sind, sich ständig zu verschieben.

Konzept von Franziska Schneeberger und Elia Schwaller


GREY GARDENS II – 18. Juni 2015

Athens Street Gardens

Rechercheperformance von und mit Michèle Valley

Die Schauspielerin und Performerin Michèle Valley, eine Grande Dame des griechischen Theaters und Films, zieht eine Woche auf die Bühne A ein. Ausgehend von Motiven des Films, insbesondere von der „Be-hausung“ der temporären Sommerresidenz als dauerhaftes Heim durch die zusehends verarmenden Bouviers, sowie persönlichen Begegnungen mit Obdachlosen in Athen, kommt Michèle Valley nach Zürich, international bekannt für Wohlstand, Sauberkeit und Sicherheit, und sammelt das, was Menschen nicht mehr brauchen: Müll, Überflüssiges, Nicht-mehr-Gewolltes. Aus den Ergebnisse ihrer Recherche und den Beutestücken ihrer Streifzüge durch den Wohlstand richtet sie ein bewohnbares, temporäres Heim auf der Bühne A ein.


GREY GARDENS I – 13. Juni 2015

Deponie des Ungewollten

Schenken Sie ihren Staubfängern ein zweites Leben in der Kunst!

Zum Auftakt eröffnen Little Edie & Big Edie eine Sammelstelle für Überflüssiges, nicht mehr Gewolltes - mit oder ohne Vergangenheit. Es entsteht eine Deponie der Überreste und Behelfsmittel, eine Tauschbörse als Arena für neue Möglichkeiten, ein Archiv für die Flüssigkeit von Schönheit und Wert. Wir schaffen Raum für Missverhältnisse zwischen Ding und Nutzen, blicken durch das Fernglas auf die Waage und trinken den Cocktail aus dem Marmeladenglas. Wir suchen „the power of style“ und probieren den würdigen Umgang, horchen auf den Imperativ der Dinge oder richten die Aufforderung an sie, sich würdevoller zu verhalten.

Come on in, we´re not ready!

Die Annahmestelle für Gegenstände, ist geöffnet am:

10., 11., 12. Juni 2015 von 17 – 20 Uhr

Und am:

13. Juni 2015 von 11 – 14 Uhr.

Die Deponie für Ungewolltes ist am 13. Juni 2015 von 17 – 21 Uhr geöffnet, in der Gessnerallee 9, auf der Bühne A! Im Anschluss: Eröffnungsparty.

Mit Bettina Grahs, Margret Nisch und Florian Olloz

Assistenzen: Lisa Friedrich, Florian Ronc

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